Rheinische Post, 6 Oktober 2000.
Flughafengegnerin: "Es fehlen 20
Millionen Mark"
LAARBRUCH (RP). "Es fehlen 20 Millionen Mark", rechnete
Kornelia Laqueur, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm,
vor. Nach ihren Informationen fordere die Bundesvermögensverwaltung
für den ehemaligen Stützpunkt der Royal Air Force (RAF) 30
Millionen Mark. Die Flughafen Niederrhein (FN) GmbH habe jedoch
als bisheriges Höchstgebot 10 Millionen Mark in Aussicht
gestellt. "Wo kommen die fehlenden 20 Millionen Mark her?"
fragt die Winnekendonkerin.
"Der FN erscheint es unwahrscheinlich, dass auf dem
Verhandlungsweg eine Lösung erzielt werden kann. Eine Lösung im
politischen Raum wird gefordert und erwartet", zitierte
Kornelia Laqueur gestern aus ihrem Erfahrungsschatz. Nun sei
Landrat Rudolf Kersting gefordert. Er habe stets begrüßt, dass
der projektierte Flughafen dem Kreis nichts koste. "Tatsächlich
sind bereits rund 6,4 Millionen Mark aus der Region, dem Kreis
Kleve und der Gemeinde Weeze in dieses Projekt geflossen",
rechnete sie vor.
Argument "Arbeitsplätze"
Das für die aktuellen Subventionen missbrauchte Argument "Arbeitsplätze"
ziehe so nicht mehr. Nach dem Abzug der Briten sei der "Super-Gau"
ausgeblieben. Die deutschen Zivilbeschäftigten hätten in den
meisten Fällen akzeptable Arbeitsplätze gefunden. Die Weezer
Geschäftsleute und Handwerker seien clever genug gewesen, sich
schon vor Jahren auf die Situation einzustellen. Außerdem seien
die Arbeitslosenzahlen auch im hiesigen Bezirk rückläufig.
"Die Kuh muss bis zum 31. Dezember 2000 vom Eis. Das Problem
mit dem Geld muss dann gelöst sein, denn die Flughafen
Niederrhein GmbH soll zu diesem Zeitpunkt in eine private Trägerschaft
übergehen", schloss Kornelia Laqueur gestern ihre Ausführungen.