Rheinische Post, 20 juli 2001
KEVELAER / LAARBRUCH (RP). Die Genehmigung für den Flughafen Laarbruch ist erteilt. Jetzt haben die Juristen das Wort. Dafür laufen hinter den Kulissen intensive Vorbereitungen. In diesem Zusammenhang wollen auch die Kevelaerer Grünen eine kürzlich im Rat erlittene Abstimmungsniederlage wenigstens teilweise rückgängig machen. Für die Sitzung des Hauptausschusses am Dienstag, 11. September, stellten sie den Antrag, den symbolischen Betrag von 100 000 Mark für den Klagefond der Klägergemeinschaft der Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm sofort zu zahlen.
Fraktionssprecher Karl-Heinz Kandolf begründet den Antrag unter anderem damit, dass die Stadt Kevelaer Mitglied der Aktionsgemeinschaft sei. Außerdem sei eine Beteiligung der Stadt an einer Klage nur mit 50 Prozent der anwesenden Ratsmitglieder und mit der Stimme des Bürgermeisters abgelehnt worden. Der Bürgermeister sei für alle Bürger da und solle nun auch die 50 Prozent vertreten, die im Rat für eine Klage gewesen seien.
Tausende Widersprüche
"Gegen die luftverkehrsrechtliche Genehmigung für den geplanten zivilen Flughafen Laarbruch haben tausende Bürger Widerspruch erhoben", erklärte Kornelia Laqueur, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft. "Für uns ist das ein riesiger Erfolg. Die Bezirksregierung ist offensichtlich mehr als überrascht."
Nun müsse die Bezirksregierung auf die Bedenken der Einzelnen antworten, so die Winnekendonkerin. Und dies, obwohl sie jetzt schon wisse, dass allein der lärmmedizinische Teil des Genehmigungsverfahrens das ganze Verfahren kippen könnte.
"Und was macht die Bezirkregierung?", fragt die Chefin der Flughafengegner. "Sie droht unverhohlen mit Gebühren für den Fall, dass ein Widerspruch letztendlich rechtskräftig abgelehnt wird." Sie wertet dieses Vorgehen als klaren Einschüchterungsversuch und ist überzeugt davon, dass solche und andere "Störfeuer" den Flughafengegnern auf dem langen und sicher oft dornigen Rechtsweg immer wieder begegnen werden.
Schlecht beraten seien nur die, die glaubten, so die erfolgreiche Arbeit der Flughafengegner stören oder sie sogar mundtot machen zu können. Mit den niederländischen Partnern soll beraten werden, welche Konsequenzen aus diesem Verhalten zu ziehen sind.
Würzburger Fachkanzlei
Auch zurückgezogene Widersprüche, so Kornelia Laqueur, hätten keinerlei Auswirkungen auf das von der Aktionsgemeinschaft initiierte, anstehende Klageverfahren der eigenen Klägergruppe. Diese Gruppe, die für die Aktionsgemeinschaft die Rechte wahrnehmen und erstreiten werde, stehe bereits fest. Sie werde von der Würzburger Fachkanzlei Bohl & Martin vertreten.
"Die erste Etappe ist gemeistert. Kläger, Rechtsanwälte, die Unterstützung der Bevölkerung und erste Spenden sind vorhanden", stellte die Winnekendonkerin zufrieden fest.
Von STEFAN KRIEGEL