Rheinische Post, 29 december 2000.
Fluglärmgegner warten auf "Ende des Spektakels"
Phrasendrescherei um Laarbruch
LAARBRUCH (RP). Wird die Arbeit der Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm und
Luftverschmutzung bald überflüssig? Sprecherin Kornelia Laqueur ist in ihrer Bilanz zum Jahresende
zuversichtlich, dass das seit Jahren erwartete "Ende des Spektakels" näher rückt. Noch allerdings übe die Politik sich in
"Phrasendrescherei", statt das Ganze endlich zu
hinterfragen.
Mit einigen Punkten begründet Frau Laqueur, warum es zum Jahreswechsel für die Flugplatzgegner deutlich besser
aussehe als für die -befürworter. Die luftfahrtrechtliche Genehmigung - spätestens bis zum Jahresende erhofft - sei
nicht in Sicht. Die Niederländer zeigten sich "stur". SPD und CDU im Kreis Kleve würden sich mit gegenseitigen
Schuldzuweisungen angreifen.
Kornelia Laqueur: "Jetzt zeigt sich, wie sich persönliche Eitelkeit und der damit verbundene Griff zu vermeintlich
hohen Ämtern rächen. Wer lässt sich da ohne Not instrumentalisieren? War der Posten eines
Aufsichtsratsvorsitzenden das wirklich wert?" Zudem werde der Flugplatz auch nicht den von der Flughafen-Gesellschaft
erhofften NATO-Reservestatus erhalten.
Die Fluglärmgegner meinen zudem, dass die ins Auge gefassten Investoren mit Verbindung zum Rotterdamer Hafen
nun "überrascht" seien, dass ihr Engagement trotz zugesicherten Stillschweigens in die Schlagzeilen
gerate. Frau Laqueur: "Sie halten dieses Vorgehen für dilettantisch und äußerst unprofessionell. An diese Arbeitsweise werden
sie sich wohl gewöhnen müssen, wenn sie ernsthaft erwägen, sich an der Nachfolgenutzung Laarbruchs zu
beteiligen."
Die Aktionsgemeinschaft zeigt sich weiterhin auf das Erteilen der Genehmigung vorbereitet. Jeder Bürger habe das Recht,
einer solchen Genehmigung formlos und ohne Angaben von Gründen zu widersprechen. Die Aktionsgemeinschaft sowie
die Gruppe Pro Regio stehen jederzeit für Beratungen zur Verfügung ( 0 28 32/ 89 92 26, Info-Fax 0 28 32/ 80 892.
Der nächste Fluglärmgegnertreff findet am Dienstag, 2. Januar, 20 Uhr, in der Gaststätte "Zur Brücke", Wettener Straße in Winnekendonk statt.
(DIRK MÖWIUS, Rhein.Post 29-12-2000)