Rheinische Post, 22 januari 2002

Rätselraten um Zukunft von Laarbruch / Neuer Investor bekundet schriftlich Interesse 

Was wird aus dem Flughafen Laarbruch? Diese Frage stellten sich gestern viele Bürger. Vertreter aus Kleve und Weeze konnten zu den Antworten nicht viel beitragen. Es halten sich jedoch Gerüchte, dass im letzten Augenblick "die Pferde gewechselt werden", also ein neuer Investor ins Spiel kommt. 

Neuer Termin? 

Einen neuen Termin der Vertragsunterzeichnung konnte Eduard Großkämper, Pressesprecher des Kreises Kleve, immerhin Vertragspartner des Investors van de Lande, gestern nicht nennen. Der Landrat habe des Signal erhalten, dass sich das Wirtschaftsministerium in die Prüfung einschalten wolle. "Geprüft wird zum jetzigen Zeitpunkt von der Bezirksregierung ausschließlich die Wirtschaftlichkeit aller Investoren nach der Luftverkehrszulassungsordnung.

" Auf die Frage, wann denn nun die Verträge endgültig unterschrieben werden, erklärte der Pressesprecher gestern: "Das kann schon am Dienstag oder erst in einer Woche sein." Landrat Rudolf Kersting teilte gestern noch mit, dass ihn der derzeitige Stand des Verfahrens in der Zuversicht bestärke, dass bald der endgültige Startschuss für Laarbruch gegeben werde. 

Auch wenn die deutschen Vertragspartner noch vom Grundsatz her davon ausgehen, dass ein Geschäft mit Hans van de Lande zustande kommt, bleiben andere Investoren jedenfalls gerüchteweise im Gespräch. Mehrfach wurde im Gelderland die Auffassung vertreten, dass ein Vertragspartner, der bereits in einer Geldwäscheaffäre verwickelt gewesen sein soll, nicht tragfähig sei. 

Weiterhin halten sich auch neue Namen von Investoren in der Diskussion. Immer wieder taucht das niederländische Energieunternehmen "Nuon" auf, das schon am Freitag in der Rheinischen Post genannt worden war. Genau an diesem Tag habe dieses Unternehmen der Flughafen Niederrhein GmbH (FN) ein schriftliches Angebot unterbreitet. 

Energieversorger In der gestrigen Ausgabe der niederländischen Zeitung "de Gelderlander" war dieser Name ebenfalls zu lesen. Dieser Energieversorger führt ein eigenes Konsortium an. Dem Artikel ist weiterhin zu entnehmen, wie viel Geld "Nuon" für Laarbruch in die Hand nehmen möchte. Es ist von 350 Millionen Gulden die Rede. 

Zur Erinnerung: Hans van de Lande hatte bei Unterzeichnung des Vorvertrages im Juni des vergangenen Jahres angekündigt, 155 Millionen Mark mittelfristig investieren zu wollen. Hans van de Lande zeigte sich gestern gegenüber der Rheinischen Post optimistisch, dass die Verträge noch in dieser Woche unterschrieben werden. Auf die Nachfrage, ob seine Kontakte zu Herrn Endstra, gegen den der Vorwurf der Geldwäsche gerichtet war, negative Auswirkungen haben könnte, meinte der Investor: "Ich gehen nicht davon aus. Doch genau kann ich das nicht einschätzen". 

Von STEFAN KRIEGEL


Stichting Platform Vliegveld Laarbruch