Rheinische Post, 21 juni 2001



Düsseldorf gab Start frei für Laarbruch 

"Trotzdem stolzer Tag für den Kreis" 


KREIS KLEVE (RP). Regierungspräsident Jürgen Büssow hat gestern im Beisein von Wirtschafts- und Verkehrsminister Ernst Schwanhold der FlughafenNiederrhein GmbH die luftrechtliche Genehmigung für den Betrieb des Flughafens Niederrhein erteilt. Büssow: "Mit der Genehmigung für den Verkehrsflughafen Niederrhein ist für die Region ein wichtiger Bestandteil des Euregionalen Zentrums für Luftverkehr, Logistik und Gewerbe in Weeze realisiert worden. Das Zentrum werde in der Grenzgerion zu einer "Job-Maschine" werden.  

Niederländer blieben hart 

Mit dem jetzt ausgehändigten, rund 350 Seiten starken Genehmigungsbescheid wird dem Antrag der Flughafen Niederrhein GmbH nicht in vollem Umfange stattgegeben. Der Flugbetrieb ist danach grundsätzlich nur zwischen 5 und 24 Uhr zulässig. 


Der bei der Bezirksregierung im Entwurf bereits seit längerer Zeit fertiggestellte Bescheid konnte erst jetzt erteilt werden, da für die notwendigen Überflugrechte über das angrenzende niederländische Staatsgebiet eine zwischenstaatliche Vereinbarung vorzubereiten war. So lassen die Niederlande zumindest für die nächsten zwei Jahre planmäßige Überflüge über ihr Hoheitsgebiet zwischen 23 und 6 Uhr nicht zu. 

Nachts ist Ruhe 

"Trotz aller Einschränkungen beim Flugbetrieb ist das ein stolzer Tag für den Kreis Kleve", kommentierte der CDU-Landtagsabgeordnete für den Nordkreis, Manfred Palmen, die Entscheidung. Die verantwortlichen Kräfte im Kreis hätten sich gegen skeptische Teile der NRW-Regierungsparteien durchgesetzt und diese von der Notwendigkeit Laarbruchs überzeugt. 

Wer sich vor Augen führe, dass in Düsseldorf die zweite Landebahn bereits 1977 genehmigt worden und wegen Klagen noch nicht gebaut worden sei, könne die Zusage aus der Landeshauptstadt richtig bewerten. Palmen appellierte an die Flughafen-Gegner den Beschluss zu akzeptieren. Auch wenn diese sich nicht durchgesetzt hätten, so sei doch wenigstens die Nachtruhe gesichert.

Kommentar:

Clement, Ihr Einsatz bitte! 

(RP). Der Tag des Jubels war gestern für viele Politiker. Aber es war auch der Tag der Volksverdummung, als der Flughafen Laarbruch grünes Licht aus Düsseldorf erhielt. Das Ergebnis, das präsentiert wurde, hätte schon vor Jahren vorliegen können: Starts und Landungen zwischen 23 und 6 Uhr waren vollkommen unstrittig zwischen Deutschen und Niederländern. Knackpunkt war doch nur die kürzere Sperrzeit zwischen 0 und 5 Uhr. Zuletzt hatte sich sogar Ministerpräsident Clement beim niederländischen Premier Wim Kok eine blutige Nase geholt. Spiel, Satz und Sieg für die Holländer - das war der Tag auch noch. 

Der Gipfel der Volksverdummung war, als NRW-Wirtschaftsminister Schwanhold sogar noch ankündigte, in zwei Jahren werde erneut mit den Niederländern über eine längere Nutzung von Laarbruch gesprochen. Lieber Herr Clement und lieber Herr Schwanhold, äußern Sie sich bitte nur noch zum Flughafen, wenn es  Ergebnisse gibt! Alles andere langweilt nur noch! 

Welche Chance der Region durch die Lappen gegangen ist, wenn der oft geforderte 24-Stunden-Betrieb gekommen und dadurch eine Job-Maschine entstanden wäre, beweisen Zahlen vom Airport Köln / Bonn. Der amerikanische Paketdienstleister UPS investiert hier 250 Millionen Mark und stockt die Arbeitsplätze von 1600 auf 2300 auf, weil Land und Bund als größte Gesellschafter von Köln / Bonn den Nachtflug bis mindestens 2015 garantieren. Herr Ministerpräsident, dieses Engagement sollte für Sie Vorbild am Niederrhein sein! Oder  wollen Sie nicht den großen Wurf für die Region? 
(LUDGER DISTELKAMP)


Stichting Platform Vliegveld Laarbruch