Rheinische Post, 21 juni 2001
Der bei der Bezirksregierung im Entwurf
bereits seit längerer Zeit
fertiggestellte Bescheid konnte erst
jetzt erteilt werden, da für die
notwendigen Überflugrechte über das
angrenzende niederländische
Staatsgebiet eine zwischenstaatliche
Vereinbarung vorzubereiten war. So
lassen die Niederlande zumindest für
die nächsten zwei Jahre planmäßige
Überflüge über ihr Hoheitsgebiet
zwischen 23 und 6 Uhr nicht zu.
Nachts ist Ruhe
"Trotz aller Einschränkungen beim
Flugbetrieb ist das ein stolzer Tag für
den Kreis Kleve", kommentierte der
CDU-Landtagsabgeordnete für den Nordkreis, Manfred Palmen, die Entscheidung. Die verantwortlichen
Kräfte im Kreis hätten sich gegen
skeptische Teile der
NRW-Regierungsparteien durchgesetzt und
diese von der Notwendigkeit Laarbruchs überzeugt.
Wer sich vor Augen führe, dass in
Düsseldorf die zweite Landebahn bereits
1977 genehmigt worden und wegen Klagen
noch nicht gebaut worden sei, könne die
Zusage aus der Landeshauptstadt richtig
bewerten. Palmen appellierte an die
Flughafen-Gegner den Beschluss zu
akzeptieren. Auch wenn diese sich nicht
durchgesetzt hätten, so sei doch
wenigstens die Nachtruhe gesichert.
Kommentar:
Clement, Ihr Einsatz bitte!
(RP). Der Tag des Jubels war gestern
für viele Politiker. Aber es war auch
der Tag der Volksverdummung, als der
Flughafen Laarbruch grünes Licht aus
Düsseldorf erhielt. Das Ergebnis, das
präsentiert wurde, hätte schon vor
Jahren vorliegen können: Starts und
Landungen zwischen 23 und 6 Uhr waren
vollkommen unstrittig zwischen
Deutschen und Niederländern. Knackpunkt
war doch nur die kürzere Sperrzeit
zwischen 0 und 5 Uhr. Zuletzt hatte
sich sogar Ministerpräsident Clement
beim niederländischen Premier Wim Kok
eine blutige Nase geholt. Spiel, Satz
und Sieg für die Holländer - das war
der Tag auch noch.
Der Gipfel der Volksverdummung war, als
NRW-Wirtschaftsminister Schwanhold
sogar noch ankündigte, in zwei Jahren
werde erneut mit den Niederländern über
eine längere Nutzung von Laarbruch
gesprochen. Lieber Herr Clement und
lieber Herr Schwanhold, äußern Sie sich
bitte nur noch zum Flughafen, wenn es Ergebnisse gibt! Alles andere langweilt
nur noch!
Welche Chance der Region durch die
Lappen gegangen ist, wenn der oft
geforderte 24-Stunden-Betrieb gekommen
und dadurch eine Job-Maschine
entstanden wäre, beweisen Zahlen vom
Airport Köln / Bonn. Der amerikanische
Paketdienstleister UPS investiert hier
250 Millionen Mark und stockt die
Arbeitsplätze von 1600 auf 2300 auf,
weil Land und Bund als größte
Gesellschafter von Köln / Bonn den
Nachtflug bis mindestens 2015
garantieren. Herr Ministerpräsident,
dieses Engagement sollte für Sie
Vorbild am Niederrhein sein! Oder wollen Sie nicht den großen Wurf für
die Region?
(LUDGER DISTELKAMP)