(RP). Die SPD-Kreistagsfraktion fordert vom Kreis ein Infrastruktur-Konzept, um den geplanten Flughafen Laarbruch an das überörtliche Straßenund Schienennetz anzuschließen. Mit dem Fraktionsvorsitzenden Roland Katzy sprach gestern RP-Redakteur Ludger Distelkamp.
Der Flughafen Laarbruch soll bald in Betrieb gehen. Warum denn erst jetzt ein Konzept?
Es geht darum, dass gerade überarbeitete Kreisstraßen-Bauprogramm auf Bundes- und Landesprogramme abzustimmen. Im Kreiskonzept werden keine Aussagen über die Anbindungen von Laarbruch an das überörtliche Straßennetz gemacht. Der springende Punkt ist doch, welche Auswirkungen wird ein boomender Flugplatz Laarbruch auf den Verkehr haben. Ich gehe davon aus, dass Laarbruch gedeihen wird, wenn ich die Entwicklung anderer Regionalflughäfen sehe.
Welche Straßenanbindungen wünscht sich die SPD?
Der Schlüssel sind die Autobahnanbindungen zur A 57, 3 und 40 und in die Niederlande. Wir brauchen auch von Laarbruch aus um Uedem eine Spange zur Autobahn 3, um den Bocholter und Borkener Raum zu erschließen. In dem Konzept des Kreises müssen ferner Aussagen über eine Umgehung für Kevelaer gemacht werden, die gleichzeitig eine Verbindung nach Laarbruch ist.
Wie soll der Flughafen an die Schiene angebunden werden?
Vom Bahnhof Weeze soll ein Gleis nach Laarbruch verlegt werden. Es muss auch Überlegungen geben, eine Verbindung ins Ruhrgebiet über Duisburg zu knüpfen.
Mit Verlaub, die Bahn hat in einem RP-Exklusivbericht vor knapp einem Jahr zu verstehen gegeben, es gibt kein Geld für ein Gleis?
Unser Konzept ist eine Vision. Wir brauchen das Programm, um künftig an Landes- und Bundesmittel zu kommen. Ohne eigenes Programm werden wir wohl keinen Pfennig an Zuschuss erhalten.
Warum hat die Verwaltung nicht schon längst ein Konzept vorgelegt? Macht die Opposition die Hausaufgaben der Verwaltung?
Landrat Rudolf Kersting und die CDU haben im Verkehrsausschuss unserem Konzept zugestimmt.