NRZ, 28 juni 2001
Investor Hans van de Lande, Landrat Rudolf Kersting und Bürgermeister Johannes Snelting haben gestern den Vertrag unterzeichnet. "Das ist ein ganz besonderer Tag für Weeze!"
WEEZE. "Das Ziel ist erreicht!" Weezes (Noch-)Bürgermeister Johannes Snelting war gestern Abend sichtlich zufrieden. Kein Wunder, denn endlich wurde er unterzeichnet, der Vertrag für den Flughafen Laarbruch. Um punkt 18.20 Uhr setzten der niederländische Investor Hans van de Lande und Vertreter der Gesellschafter - u. a. Landrat Rudolf Kersting, Bürgermeister Johannes Snelting und FN-Geschäftsführer Reinhard Gilleßen - ihre Unterschriften unter den Vertrag. Hochoffiziell - im Beisein eines Notars.
Mit van de Lande habe man einen Entwickler und Investor gefunden, der Erfahrung mit Großprojekten habe, kompetent und potent sei, attestierte Kersting: "Das ist ein Abschluss und ein Neuanfang". Damit sei der Startschuss für eine Entwicklung gegeben, von der man sich bis 2010 2000 Arbeitsplätze erhoffe, kommentierte Snelting.
Entwicklung von Logistikzentren sei Schwerpunkt seiner Firma, schilderte Hans van de Lande. Und das habe mit Blick auf steigende Containerumschläge im Rotterdamer Hafen Zukunft. Grund genug für die van de Lande-Gruppe, sich neue Logistik-Standorte zu erschließen, ergänzte Philipp Dieter Stroh, der - wie Reinhard Gilleßen - Geschäftsführer der neuen Flughafen Niederrhein GmbH wird. Mit Containerterminals in Wanssum und Wesel sei der Anfang gemacht worden. Und weil Laarbruch genau dazwischen liege, wolle man sich neben Schiene und Wasser die Luft erschließen. Dem Projekt Laarbruch sieht Stroh optimistisch entgegen. Gespräche mit Airlines würden bereits geführt. Der Sichtflug sollte möglichst schnell starten, der Instrumentenflug folgen. Ziel: "2003 soll das erste Flugbetriebsjahr sein." Werde der Flughafen angenomen, sollen Abfertigungshallen mit einer Kapazität für rund eine Million Passagiere gebaut werden. "Das sind keine Luftschlösser, sondern Erfahrungswerte von anderen Regionalflughäfen", betonte Stroh. Geplant sei eine kombinierte Passagier- und Frachtflugnutzung, wobei letztere bei 20 bis 25 Prozente liegen soll. Der Frachtflug biete sich u. a. für leicht verderbliche Waren wie Blumen, Obst und Gemüse an, die in Straelen versteigert werden. Mit der Firma bofrost sei man ebenfalls im Gespräch. In punkto Gewerbeansiedlung auf dem Flughafengelände gab sich Stroh ebenfalls optimistisch. So habe ein europäischer Flugzeughersteller bereits sein Interesse an Flächen für ein Ersatzteillager bekundet. Laufe alles wie geplant erfolgreich, würden Gastronomie und Hotel auf dem Gelände gebaut.
Die Nachflugverbotszeiten (auf deutscher Seite 00 bis fünf Uhr, auf niederländischer 23 bis sechs Uhr) akzeptiere er, sagte Hans van de Lande. Verbunden mit der Hoffnung, dass sich die Niederländer bei den geplanten Neuverhandlungen in zwei Jahren anders entscheiden. Weil die Flugzeuge leiser würden und dann vielleicht auch der Erfolg des Flughafens überzeuge...
GABY BOCH, NRZ 28.06.2001