NRZ, 8 februari 2001
Vogelzentrum gegen Laarbruch?
Kreis Kleve. Reizthema Laarbruch: Jetzt melden sich auch die
niederländischen Gegner des Flughafen-Projektes zu Wort. Die wollen den
Flughafen am liebsten überhaupt nicht in ihrer Nachbarschaft haben. Weil
sie Sorge haben, dass der Fluglärm ihnen die Nachtruhe raubt. Bei einer
Realisierung des Projektes, die nicht ihren Mindestforderungen entspricht,
drohen sie mit drastischen Maßnahmen.
Hans Buffart, Vorsitzender der "Stichting Platform Vliegveld Laarbruch" erläuterte im Gespräch mit der NRZ, worum es den Niederländern im Detail geht: "Wenn der Flughafen schon kommt, wollen wir ein Flugverbot zwischen 23 und 6 Uhr, außerdem die Einsetzung eines internationalen Gremiums, das dieses Nachtflugverbot überprüft. Und notfalls Sanktionen verhängt." Die Mitglieder der Bürgerinitiative glauben eine breite Mehrheit niederländischer Politiker hinter sich: "Drei der fünf Fraktionen der Tweede Kamer teilen unsere Auffassungen."
Irritiert sind die Niederländer von der deutschen Diskussionskultur: "Wir fühlen uns von den Politikern im Kreis Kleve übergangen, mit uns hat bisher noch niemand gesprochen", ärgert sich Buffart. Besonders misstrauisch mache die Niederländer, dass der "angebliche kleine Flughafen" in Presseberichten als Flughafen mit einem Potenzial von "einer Million Fluggäste" bezeichnet werde - so einen Großflughafen wolle man auf gar keinen Fall.
Sollte das Konversionsprojekt nach deutschen Vorstellungen durchgezogen werden, drohen die Niederländer mit Konsequenzen: "Wir werden dann juristische Schritte einleiten." Und sollten die nicht fruchten, werde man eben ein Vogelzentrum nahe des Flughafens einrichten - "das wird den Flugverkehr schon ziemlich behindern", droht Buffart. Jan Jessen.